Angelika Glaub, Malerei und Nicolaus Bornhorn, Fotografie
04.10.2026 bis 01.11.2026
Vernissage: 04.10.26 um 11 Uhr
„Reisen ist die Lust am Leben“ - so kann ich am besten beschreiben, was mich erfüllt, glücklich macht und mir Inspiration für meine Kunst bietet. Mein Leben lang war ich unterwegs, unterwegs zu neuen Horizonten und Herausforderungen. Sobald Zeit und Raum war, ging es in die Ferne.
Die meisten Erkundungen führten mich ins europäische Ausland, und viele Arbeiten zeugen von den unterschiedlichen Orten. Eine Rundreise durch Marokko, ein Trip nach New York, ein anderer nach Dubai, die beiden Kunst-Studienreisen nach China - einmal in den Norden mit dem Besuch der großen Mauer, Peking und Xi’an; ein weiteres Mal in den Süden mit den Stationen Huang Shan-Gebirge, Shanghai und Jingdezhen - haben differenzierte Eindrücke und Spuren in meinem Œuvre hinterlassen.
Als experimentierfreudige Malerin erstelle ich meine Werke, je nach Thema, in der Aquarell-Auswaschtechnik, in Acryl auf Leinwand, als Collagen oder Monotypien auf der Basis von Gelatinedrucken
Lassen Sie sich entführen in fremde Welten...
Zu den Techniken:
Meine erste Auseinandersetzung mit der Malerei galt der Aquarelltechnik. Bald merkte ich, dass der übliche Umgang mit diesem Medium mir zu langweilig war. Somit fing ich an zu experimentieren. Dabei sind die Auswaschbilder entstanden, die in Steinfurt gezeigt werden. Einfach erklärt: Aquarellfarbe fließt, durch Kippen und Schütten auf angefeuchtetem Celluloseuntergrund nach unten, die Farben suchen sich ihren Weg. Nach dem Trocknen beginnt meine Suche nach dem "eigentlichen" Bild.
Das Motiv meiner Wahl wird nun herausgewaschen mit Lineal, Schwamm, Schablone, Papiertuch und Q-Tipps. Fehler verzeiht der Untergrund nicht...mein Werk entsteht sozusagen im Dialog aus den durch Zufall entstandenen Farbmischungen und meiner Interpretation.
Bei meinen Werken in Acryl gehe ich anders vor: hier nutze ich Materialeinlagen wie Seidenpapier oder dünne Stoffe, Karton, Fäden oder Sandkörner, um den Werken eine andere, eine dritte Dimension abzuringen.
Die Gelatine-Drucktechnik auf Seidenpapier ermöglicht mir ebenfalls das Spiel mit dem gelenkten Zufall. Kein Bild ist von vornherein fertig gedacht - alles entsteht im Prozess. (Frei zitiert nach Picasso)
Unterschiedliche Themen erfordern unterschiedliche Techniken und führen zu unterschiedlichen Ausdrucksweisen.
Ich suche nach einer Synthese aus den Themen unserer Zeit
(s. Ausstellungsverzeichnis auf der Homepage) und meinen Vorlieben wie Architektur, Natur, Unterwasserwelten...
mehr auf www.atelier-glaub.de
Ich habe in den späten Siebzigerjahren begonnen zu fotografieren, zuerst waren es Reisedokumente, bald auch mit künstlerischem Anspruch. Reisen nach Indien und Cuba ergaben das Material zu einer ersten Ausstellung (Düsseldorf, Orangerie des Schlosses Benrath, 2001). Es folgten, erst noch auf der Basis von Diapositiven, später dann digital, Ausstellungen in Marseille, in der Region (Sezession Nordwest), in Berlin (s. Ausstellungsverzeichnis).
Neben der Tätigkeit als Fotograf habe ich auch als Autor und Übersetzer gearbeitet. (Veröffentlichungen bei Suhrkamp, Bollmann und später in der edition lichtblick, Oldenburg). Übersetzt habe ich aus dem Englischen und Französischen u.a. Lawrence Durrell, George Steiner, Etel Adnan (Suhrkamp) und Friedländer (Kampa Verlag).
(zur Ausstellung in Steinfurt)
Die drei in der Lissabon-Trilogie gewählten Betrachtungsweisen könnten auch für drei (Lebens)Anschauungen stehen:
- hier der „naive“ Realismus, der pragmatische, farbenfrohe Alltag,
das „pralle“ Leben
- dort das (momentane) Anhalten/Aussetzen des (Lebens)Films: in Standbilder/stills gegossen (cartoon)
- und schließlich die nostalgisch verklärte schwarzweiße Vergangenheit; Bilder als Erinnerungshilfen: schon im Augenblick ihrer Entstehung gehen sie ein in den Bereich, aus dem die sich erinnernde, rückblickende „Nachwelt“ schöpft.
Natürlich ließe sich sagen, dass die drei Betrachtungsweisen auch anderen (Groß)Städten hätten gewidmet sein können. Wir haben uns vom ersten Tag an in Lissabon, im Herzen der Alfama, der Altstadt, wohl gefühlt. Eine Stadt, in der man sehr wohl den Rhythmus der „modernen“ Zeit spürt, zugleich aber auch jenen der Geschichte, der Traditionen und Gebräuche. Eine Stadt am Rande Europas, die vielleicht gerade deshalb ihren Charme bewahrt, diesen Charme, den ich bei meinen Besuchen in Goa und auf Madeira vorausahnen konnte.
(mail: nicolausbornhorn1@web.de edition-lichtblick-bücher)