Ingrid Maria Bachor

„Feld der Träume“- Acryl mit Blattgoldapplikationen 

 

„Endlich daheim! Wie fandest du unsere Reise?“

„Was meinst du? Wir waren doch nie fort!“

„Oh, aber doch! Wir haben die karge Herbstlandschaft unseres Heimes hinter uns gelassen und noch einmal den Sommer gesehen. Goldfarbene Weizenfelder, die üppige Weite der Ebene und der Himmel in ein zartes Rosa getaucht. Erinnerst du dich nicht?“

„Nein, du warst im Feld deiner Träume. Dort, wo sich Fiktion und Wirklichkeit begegnen, gleich einer sanften Windböe vereinen und aufwärts strebend Pirouetten drehen. Wo nichts mehr muss und alles kann.

- Schlaf wieder ein, Liebste.“

Still hockt er da,

„der Wächter“.

Den Kopf auf die Brust gesenkt als schliefe er.

Doch nein: Achtsam und mit wachem Blick aus gelben Pupillen beobachtet er unentwegt – bereit zur Jagd.

Sein Schnabel: eine gebogene Waffe aus hartem Horn.

Sein Gefieder. ein dichter Mantel gegen die Witterungen.

Die Schwingen: noch eng an den Körper gepresst, aber im Flug ein mächtiges Segel. Sie tragen ihn weit durch die Lüfte.

Freiheit.

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